Chemiker nutzen den Kapillareffekt, um verschiedene wasserlösliche Stoffe voneinander zu trennen.

Dazu brauchen wir etwas, das viele winzig dünne Röhrchen enthält. Das kann ein Stück Filterpapier oder Küchenkrepp sein, denn die Papierfasern sind solche dünnen Kapillaren. Papier wird aus Holzfasern gemacht, und mit den Fasern ist das Wasser in den Bäumen aufgestiegen.

Wir benutzen hier ganz normale Papierservietten.

Auf die tupfen wir mit zwei verschiedenen schwarzen Fasermalern jeweils einen dicken schwarzen Fleck.

Nun tropfen wir etwas Wasser auf diese Flecken. Das Schwarz der Fasermaler besteht aus mehreren verschiedenen Farben, die gemischt schwarz ergeben. Jede dieser Einzelfarben löst sich mit einer eigenen Geschwindigkeit in Wasser auf und saust mit einer eigenen Geschwindigkeit durch die Faserkapillaren.

So hat jeder Fasermaler sein ganz eigenes Muster.

Dieses Trennungsverfahren nennt man Papier-Chromatographie, und die Kriminaltechniker bei der Polizei benutzen es, um festzustellen, ob zwei verschiedene Flüssigkeiten genau dieselbe Zusammensetzung haben.